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Entwicklungstest Sprache für Kinder von 4 bis 8 Jahren

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9005859
 

ETS 4-8 - Entwicklungstest Sprache für Kinder von 4 bis 8 Jahren (PSYNDEX Tests Review)

 

Language Development Test for 4- to 8-Year-Old Children/zpid

 Angermaier, M.J.W.
 (2007). ETS 4-8. Entwicklungstest Sprache für Kinder von 4 bis 8 Jahren [Kartonbox mit Manual, Ringbuch Silben erkennen und Lesenlern-Test für Vorschulkinder, Ringbuch Sprache verstehen und Grammatik-Entwicklung, 25 Protokollbögen und DVD]. Frankfurt am Main: Harcourt.

Preis: Euro 119,00 zzgl. 7% UST exkl.Versandkosten (Gesamtsatz; Stand: 14.5.2019)

 Bezugsquelle: Pearson Deutschland GmbH, Kaiserstraße 44, D-60329 Frankfurt/M. ; E-Mail: info.de@pearson.com ; URL: https://www.pearsonclinical.de ; Stand: 1.5.2019.

 Adresse(n): o Prof. Dr. Michael J.W. Angermaier, Institut für Sprachtherapeutische Kompetenz (ISK), Carl-Goerdeler-Straße 25, D-50226 Frechen ; E-Mail: kontakt@logopaedie-voss-kerpen.de ; URL: http://www.logopaedie-voss-kerpen.de/ ; Stand: 31.8.2016
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Der ETS 4-8 soll als Screeningverfahren der Identifikation sprachentwicklungsverzögerter Kinder im Vorschul- und frühen Grundschulalter dienen. Darüber hinaus sollen sich aus den Ergebnissen Hinweise auf erforderliche Therapieschwerpunkte ableiten lassen.


Aufbau:
Der ETS 4-8 setzt sich aus fünf Untertests zur rezeptiven und expressiven Sprache zusammen: (1) Sprache verstehen SV (23 Items), (2) Grammatik Entwicklung GE (8 Bildtafeln), (3) Silben Erkennen SE (19 Items), (4) Farbnamen Gedächtnis FN (21 Items), (5) Lesenlern-Test LT (29 Items). Entsprechend dem dreistufigen Testkonzept werden zunächst lediglich die Untertests SV und GE vorgegeben; bei auffälligen Befunden werden im zweiten Schritt die Untertests SE und FN vorgelegt. LT stellt einen optionalen Zusatztest dar, der prognostisch valide Hinweise auf die Entwicklung des Lesenlernens geben soll.


Grundlagen und Konstruktion:
Das Instrument besitzt keine geschlossene theoretische Grundlage, sondern stützt sich vereinzelt auf vorliegende sprachdiagnostische Verfahren aus dem deutschen und amerikanischen Sprachraum und auf psycholinguistische Erkenntnisse. Die Mehrzahl der Aufgaben wurde für das Verfahren neu konstruiert und im Rahmen nicht näher beschriebener Voruntersuchungen erprobt. Die endgültige Itemselektion erfolgte nach den Kriterien der Klassischen Testtheorie.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die interne Konsistenz der Untertests beträgt in der Normierungsstichprobe .64 < = Alpha < = .96.
Validität: Als Validitätsbelege werden erwartungskonforme Altersdifferenzen sowie Differenzen zwischen der Normierungsstichprobe und einer Stichprobe sprachentwicklungsverzögerter Kinder (n = 192) aufgeführt. Die prognostische Validität des Lesenlern-Tests wird durch eine Korrelation von r = .76 mit der 4 Unterrichtsmonate später eingesetzten Würzburger Leise-Leseprobe belegt.
Normen: Altersnormen für 4- bis 8-jährige Kinder liegen in Form von kritischen Werten sowie Prozenträngen vor, die an einer nicht repräsentativen Stichprobe von N = 1 267 Kindern gewonnen wurden.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Der Entwicklungstest Sprache für Kinder von 4 bis 8 Jahren (ETS 4-8; Angermaier, 2007) wurde als Screeningverfahren zur Diagnostik des Sprachentwicklungsstandes und zur Erkennung von sprachlichen Retardierungen und Sprachstörungen bei Vor- und Grundschulkindern konzipiert. Den Kern des Verfahrens bilden drei Subtests, welche die logopädischen Hauptdiagnosen der Sprachentwicklungsstörung, der Lautdifferenzierungsschwäche und - eher spezifisch - des Dysgrammatismus abdecken sollen. Zwei weitere Subtests können zur Einschätzung der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistung sowie der Lernfähigkeit beim Schriftspracherwerb herangezogen werden.
Das Instrument besitzt keine geschlossene theoretische Grundlage. Es stützt sich vereinzelt auf vorliegende sprachdiagnostische Verfahren aus dem deutschen und amerikanischen Sprachraum; so stellt der Subtest "Sprachverstehen" eine deutsche Version und Weiterentwicklung des Subtests Sentence Structure aus den amerikanischen Entwicklungstests CELF Preschool 2 und CELF 4 dar. Vorwiegend handelt es sich jedoch um neu konstruierte Aufgaben, die auf der Grundlage "breit gefächerter psycho-linguistischer Erkenntnisse" (Angermaier, 2007, S. 14) entworfen wurden. Die Bezüge und Überlegungen werden bei den Beschreibungen der Untertests sehr knapp erläutert (S. 16 ff.).
 

Testaufbau

Der ETS 4-8 setzt sich aus fünf Untertests zur rezeptiven und expressiven Sprache zusammen.
(1) Sprache verstehen SV (23 Items): Dem Kind werden Sätze vorgelesen und es soll aus einer Auswahl von vier Bildern das jeweils richtige zeigen (z.B. "Zeig mir, wo der Vater hinter den Kindern sitzt"). Erfasst werden sollen das rezeptive Sprachverständnis in den Bereichen Lexikon (Wortverständnis von Nomen, Verben, Adjektiven und Präpositionen) und morphologische Regeln. Der Subtest beansprucht zudem das verbale Gedächtnis für Sätze, da syntaktische Strukturen logisch erfasst werden müssen.
(2) Grammatik Entwicklung GE (8 Bildtafeln): Durch jeweils mehrere Fragen zu Bildtafeln werden die Kinder angeregt zur Bildung von Pluralformen, Komparativen und Vergangenheitsformen sowie zum Stellen von W-Fragen (wer, was, wessen etc.). Hierdurch soll der grammatikalische Entwicklungsstand abgebildet werden.
(3) Silben Erkennen SE (19 Items): Die Kindern sollen - unterstützt durch Bildvorgaben - zwei bis sechssilbige Wörter a) durch Klatschen und getrenntes Sprechen der Silben segmentieren, b) bestimmte Silben identifizieren und c) die Silben der Wörter in umgekehrter Reihenfolge sprechen (z.B. "Ka - mel" = "mel - ka"). Erfasst werden sollen die phonologische Bewusstheit und die Fähigkeit, die Silben eines Wortes auch rückwärts zu rekapitulieren.
(4) Farbnamen Gedächtnis FN (21 Items): Abfolgen von zwei bis sechs einsilbigen Farbnamen (z.B. gelb - rot - rot - grau - grün) werden im Sekundentakt vorgesprochen und sollen wiedergegeben werden. Erfasst werden sollen "Qualitäten der Vigilanz, der motivierten Arbeitshaltung und des Kurzzeitgedächtnisses" (Angermaier, 2007, S. 20).
(5) Lesenlern-Test LT (29 Items): Es soll überprüft werden, inwieweit Wörter und neue Einzellaute mithilfe von Bild- und Schriftvorlagen erkannt werden. Der nur bei Kindern vor Schuleintritt durchführbare Zusatztest soll wesentliche kognitive Lernschritte beim Beginn des Lesenlernens in einem Wechselspiel von Information und Transfer abbilden.
Die Vorgabe dieser Untertests erfolgt in einem dreistufigen Verfahren: Im ersten Schritt sind lediglich die Untertests SV und GE zu bearbeiten. Liefern deren Ergebnisse Hinweise auf eine Sprachentwicklungsverzögerung, werden im zweiten Schritt die Untertests SE und FN vorgelegt, welche die phonologische Kompetenz (SE) und die Aufmerksamkeitsleistung (FN) abbilden sollen. LT soll schließlich prognostisch valide Hinweise auf die Entwicklung des Lesenlernens geben.
Bei allen Untertests sind Abbruchkriterien zu beachten: SV wird nach fünf Fehlern in der Folge der Bildtafeln vorzeitig beendet, FN und SE nach drei Fehlern in Folge und GE bzw. LT, wenn bei einer Bildtafel keine Lösung gelingt.
 

Auswertungsmodus

Auswertungshinweise fehlen im Testmanual; das Vorgehen bei der Auswertung muss intuitiv aus der Betrachtung des Protokollbogens erschlossen werden. Offensichtlich ist für jedes richtig gelöste Item ein Punkt zu vergeben. Durch Aufsummieren der Punkte wird für jeden Subtest ein Rohwert ermittelt. Die Rohwerte werden mithilfe von Tabellen (Angermaier, 2007, S. 43 ff.) in Prozentränge überführt, zusätzlich können T- und IQ-Werte abgeleitet werden. Prozentränge < = 10 sind als "kritisch" zu interpretieren; die Kinder sollten in diesem Fall eine weitergehende logopädische Diagnostik erfahren (S. 11).
 

Auswertungshilfen

Die Ergebnisse können auf der Titelseite des Protokollbogens dokumentiert und grafisch in Profilform dargestellt werden. Zusätzlich können auf der Rückseite des Bogens Beobachtungen bei der Testdurchführung und ggf. Verdachtsdiagnosen in den Bereichen "Sehen/Hören/Motorik", "Verhalten" und "Sprechen/Stimme/Sprache" notiert werden. Ein knapp gehaltenes Fallbeispiel im Testhandbuch (Angermaier, 2007, S. 36 f.) veranschaulicht die Auswertung.
 

Auswertungszeit

Die einfache Auswertung dürfte je nach Anzahl durchgeführter Untertests zwischen 3 und höchstens 10 Minuten beanspruchen.
 

Itembeispiele

Die bildhaften Itemvorlagen können hier nicht wiedergegeben werden.
 

Durchführung

 

Testformen

Das Verfahren kann nur als Einzeltest durchgeführt werden. Parallelformen existieren nicht.
 

Altersbereiche

Das Verfahren ist für Kinder im Alter von 4;0 bis 8;11 Jahren normiert.
 

Durchführungszeit

Die Durchführung als Screening mit den Untertests Sprache Verstehen und Grammatik Entwicklung dauert ca. 15 Minuten, die Durchführung des kompletten Basistests mit den zusätzlichen Untertests Silben Erkennen und Farbnamen Gedächtnis ca. 25-30 Minuten. Für den Lesenlern-Test werden weitere 10 Minuten benötigt. Insgesamt ist die Testdauer daher mit maximal 35 bis 40 Minuten zu veranschlagen.
 

Material

Benötigt werden die in der Testmappe enthaltenen Spiralordner mit den Bildvorlagen, das Testmanual mit den Normtabellen sowie pro Testperson ein Protokollbogen und Schreibgerät. Verbrauchsmaterial (Protokollbögen) kann separat bezogen werden.
 

Instruktion

Sehr allgemein gehaltene Durchführungshinweise finden sich im Testmanual (Angermaier, 2007, S. 22 ff.). Hier werden ggfs. Abbruchkriterium und altersdifferenzielle Einstiegsitems genannt, Hinweise zur Protokollierung gegeben, jedoch - mit Ausnahme des Untertests FN - keine wörtlichen Instruktionen formuliert. Die Durchführung wird anhand einer DVD mit Beispielfilmen von vier Testdurchführungen veranschaulicht.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Um das Verfahren mit Blick auf die Planung pädagogischer Interventionsmaßnahmen praktisch anwenden zu können, sind fundamentale testdiagnostische Kenntnisse erforderlich (Angermaier, 2007, S. 4). Sind diese vorhanden, kann das Instrument von verschiedenen Berufsgruppen (Psychologen, Pädagogen, Logopäden, Kinderärzte) verwendet werden.
 

Testkonstruktion

Die Konstruktion des Verfahrens basiert auf den Kriterien der Klassischen Testtheorie. Um ein für die primäre Zielgruppe der sprachentwicklungsgestörten Kinder geeignetes Instrument zu gewinnen, wurden Voruntersuchungen an der Klientel logopädischer Praxen durchgeführt. In diesem Rahmen wurden erste Entwürfe der Untertests an einer nicht genannten Zahl von Kindern (mittleres Alter: 6;4 Jahre, SD = 21 Monate) erprobt. An kleineren Gruppen wurden zunächst die Aufgabenentwürfe und Anweisungen getestet; diese Vorformen wurden aufgrund der Ergebnisse überarbeitet und in weiteren Vorstudien an "größeren Gruppen unterschiedlichen Umfangs" (Angermaier, 2007, S. 16) getestet. Die Untersuchungen führten zu einer Optimierung der Anweisungen und zu einer Reduktion der Itemzahl.
Die so gewonnene Testform wurde der Normierungsstichprobe (N = 1 267) vorgegeben. Auf Grundlage der Trennschärfeindizes, die aus diesen Daten berechnet wurden, wurden die Items für die Endform des Verfahrens ausgewählt und ansteigend nach Schwierigkeit angeordnet. Eine Übersicht der Schwierigkeits- und Trennschärfeindizes gibt Tabelle 1.

Tabelle 1
Bereiche der Schwierigkeits- und Trennschärfeindizes sowie interne Konsistenzen der Untertests des ETS 4-8 (nach Angermaier, 2007, S. 26 ff.)
---------------------------------------------------------------------- 
Untertest p rit Cronbachs Alpha
----------------------------------------------------------------------
Sprache verstehen SV .38-.87 .33-.57 .91
Grammatik Entwicklung GE (Gesamt) .93
Pluralformen .52-.91 .38-.62 .82
W-Fragen .67-.93 .36-.73 .84
Komparative .40-.88 .38-.71 .90
Vergangenheitsformen .72-.85 .56-.64 .85
Silben Erkennen SE
Sprechen .72-.99 .10-.47 .64
Zeigen .58-.99 .23-.58 .86
Rückwaerts .27-.87 .37-.88 .96
Farbnamen Gedaechtnis FN .03-.99 .12-.62 .85
Lesenlern-Test LT .36-.97 .26-.71 .91
----------------------------------------------------------------------

Die Subtests des Untertests GE erwiesen sich mit Interkorrelationen von .65 < = r < = .77 als so homogen, dass ihre Zusammenfassung zu einem Gesamtwert gerechtfertigt ist. Gleiches gilt für die Subtests des Untertests SE (.65 < = r < =.89).
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Aufgrund der standardisierten Materialien, Durchführungshinweise und Auswertungsregeln sind Durchführungs- und Auswertungsobjektivität weitgehend gewährleistet. Auch die normorientierte Interpretation der Grenzwerte ist eindeutig.
 

Reliabilität

Zur Reliabilität werden die internen Konsistenzen angegeben (vgl. Tabelle 1). Diese weisen den ETS 4-8 mit Werten zwischen .64 und .96 als brauchbares Screeningverfahren aus. Daten zur Testwiederholungsreliabilität werden nicht mitgeteilt.
 

Validität

Als Hinweise auf die Validität des ETS 4-8 werden folgende deskriptive, leider jedoch nicht signifikanzstatistisch abgesicherte Befunde gewertet:
(1) Die aus den Normdaten des ETS 4-8 berechneten Schwierigkeitsindizes weisen auf Deckeneffekte und damit auf eine gute Differenzierungsfähigkeit des Verfahrens im unteren Leistungsbereich hin.
(2) Die Testleistungen nehmen - wie für einen Entwicklungstest vorauszusetzen - auf allen Untertests mit dem Alter zu (Angermaier, 2007, S. 30 ff.).
(3) Ein Vergleich der Normierungsstichprobe mit n = 192 sprachentwicklungsverzögerten Kinder aus logopädischen Praxen zeigt in allen Altersgruppen (4 Jahre, 5 Jahre, etc., 8 Jahre) in der klinischen Stichprobe tendenziell geringere Testleistungen; allerdings fielen die Gruppenunterschiede nur gering aus.
(4) In einer Studie zur prognostischen Validität wurden Erstklässler (n = 50) in der dritten Unterrichtswoche des Schuljahres mit dem Lesenlern-Test des ETS 4-8 und nach vier Unterrichtsmonaten mit der Würzburger Leise-Leseprobe (WLLP; Küspert & Schneider, 1998) untersucht; hier ergab sich eine Spearman-Rangkorrelation von r = .76.
Weitere Daten zur Validität (etwa Korrelationen mit anderen Sprachentwicklungstests) liegen nicht vor.
 

Normierung

Es liegen Altersnormen für Kinder von 4 bis 8 Jahren vor, die im Jahre 2006 an einer bundesweit (an 14 regional breit gestreuten Standorten) erhobenen, aber nicht repräsentativen Stichprobe gewonnen wurden. Die Gesamtstichprobe umfasst N = 1 267 Kinder aus fünf Altersgruppen (5 Jahre: n = 365; 6 Jahre: n = 429; 7 Jahre: n = 213; 8 Jahre: n = 137; 9 Jahre: n = 123). Die Altersgruppen setzen sich jeweils etwa zur Hälfte aus Mädchen und Jungen zusammen; eine geschlechtsspezifische Normierung wurde jedoch nicht vorgenommen. Weitere soziodemografische Angaben zur Stichprobe fehlen.
Im Testmanual mitgeteilt werden kritische Werte sowie Prozentränge für die einzelnen Untertests (Angermaier, 2007, S. 43 ff.). Zur Transformation der Prozentrang- in T- und IQ-Werte steht eine Tabelle zur Verfügung (Angermaier, 2007, S. 42).
 

Anwendungsmöglichkeiten

Der ETS 4-8 kann als Screening zur Identifikation sprachentwicklungsverzögerter bzw. -gestörter Kinder im Vorschul- und frühen Grundschulalter dienen. Aus den Ergebnissen lassen sich zudem erste Überlegungen zu den erforderlichen Therapieschwerpunkten ableiten (Angermaier, 2007, S. 15). Um spezifische Sprachentwicklungsstörungen oder organisch verursachte Sprachentwicklungsstörungen zu diagnostizieren, bedarf es jedoch weiterer ärztlicher und logopädischer Untersuchungen (Angermaier, 2007, S. 1).
 

Bewertung

Beim ETS 4-8 handelt es sich um ein vergleichsweise einfach handhabbares Untersuchungsinstrument, dessen Durchführung leicht zu erlernen und von Anwendern unterschiedlicher Berufsgruppen - hinreichende Erfahrung im Umgang mit kleineren Kindern vorausgesetzt - unkompliziert zu realisieren ist. Das Untersuchungsmaterial ist anschaulich und attraktiv gestaltet, sodass Kinder zumeist gut zur Mitarbeit motiviert sein dürften (siehe auch Vogt, 2008).
Nicht überzeugen kann das Instrument hingegen, was die psychometrische Fundierung angeht. Die Daten zur Reliabilität und insbesondere zur Validität sind bislang sehr dürftig; so fehlen Befunde zur Retestreliabilität und statistische Befunde zur konvergenten, diskriminanten und faktoriellen Validität; die Befunde zu Gruppendifferenzen sind signifikanzstatistisch nicht abgesichert. Zudem fällt die Dokumentation des ETS 4-8 lückenhaft und teils unübersichtlich aus. So fehlen im Manual eindeutige Auswertungs- und Interpretationshinweise sowie genauere Informationen über die Normierungsstichprobe. Insgesamt bleibt daher die weitere Validierung des ETS 4-8 abzuwarten, bevor das Verfahren uneingeschränkt zur Anwendung empfohlen werden kann.
 

Literatur

  • Angermaier, M.J.W. (2007). ETS 4-8. Entwicklungstest Sprache für Kinder von 4 bis 8 Jahren. Frankfurt am Main: Harcourt.
  • Küspert, P. & Schneider, W. (1998). Würzburger Leise Leseprobe. Ein Gruppenlesetest für die Grundschule (Westermann Test). Göttingen: Hogrefe.
  • Vogt, S. (2008). ETS 4-8. Entwicklungstest Sprache für Kinder von 4-8 Jahren. Michael J.W. Angermaier [Rezensionen]. Forum Logopädie, 22 (1), 66-67.
 

Wichtige neuere Publikationen

  • Kiese-Himmel, C. & Rosenfeld, J. (2012). Analyse aktueller Untersuchungsinstrumente zur Früherkennung von Auffälligkeiten in Sprechen und Sprache in der pädiatrischen Vorsorgeuntersuchung U8. Gesundheitswesen, 74 (10), 661-672.
  • Scheuermann, S., Speier, J. & Sarimski, K. (2009). Erste Erfahrungen mit dem "Entwicklungstest Sprache für Kinder von 4 bis 8 Jahren" (ETS 4-8) im Frühbereich (Tests und Screenings). Frühförderung interdisziplinär, 28 (4), 187-190.
 

Rezensionen

  • Thelen, K. (2019). Entwicklungstest Sprache für Kinder von 4 bis 8 Jahren (ETS 4-8). Michael J. W. Angermaier. Frankfurt am Main: Harcourt Test Services, 2007. In D. Schellig, D. Heinemann, B. Schächtele & W. Sturm (Hrsg.), Handbuch neuropsychologischer Testverfahren. Band 3 (S. 62-77). Göttingen: Hogrefe.
  • Vogt, S. (2008). ETS 4-8. Entwicklungstest Sprache für Kinder von 4-8 Jahren. Michael J.W. Angermaier [Rezensionen]. Forum Logopädie, 22 (1), 66-67.
 
 Anne-Kathrin Mayer (15.10.2009)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Pictorial Stimuli; Screening Tests; Test Norms; Developmental Measures; Speech and Hearing Measures; Developmental Psychology; Speech Therapy; Language Development; Delayed Speech; Grammar; Reading; Syllables

Klassische Testtheorie; Bild-Stimuli; Screening Tests; Testnormen; Entwicklungstests; Sprech- und Hörtests; Entwicklungspsychologie; Sprachtherapie; Sprachentwicklung; Sprachentwicklungsstörung; Grammatik; Lesen; Silben

 weitere Schlagworte:

2007; Logopädie; Sprachstand; ab 4 Jahre; bis 8 Jahre; Subtests: 1 Sprache verstehen, 2 Grammatik Entwicklung, 3 Silben erkennen, 4 Farbnamen-Gedächtnis, 5 Lesenlern-Test; Normierungs-/Untersuchungsjahr: 2006
 Klassifikation:

Entwicklungstests; Kognitive Entwicklung und Wahrnehmungsentwicklung; Sprache und Sprechen; Sprachtherapie
Tests zur sprachlichen Entwicklung
1.6
 Anwendungstyp: Remedial Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2007
 Änderungsdatum: 201906
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