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FROSTIGS TEST DER MOTORISCHEN ENTWICKLUNG

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9002575
 

FTM - FROSTIGS TEST DER MOTORISCHEN ENTWICKLUNG (PSYNDEX Tests Review)

 

Frostig Movement Skills Test Battery - German version/author

 Bratfisch, O. & Ivath, A.
 (1985). Frostigs Test der motorischen Entwicklung FTM [Handanweisung, ein Block Auswertungsbögen und Arbeitsmaterialien]. Stockholm: AOB Studium AB.

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: info@testzentrale.de ; Stand: 1.11.2019.

 Adresse(n): o Univ.Doz. Dr. Oswald Bratfisch, Arbetspsykologiska Utvecklingsinstitutet, Nylandsgatan 22, S-122 37 Enskede, SCHWEDEN ; E-Mail: oswald.bratfisch@comhem.se ; Stand: 5.7.2010
 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Sensomotorische Funktionen haben eine ausschlaggebende Bedeutung fuer die Lernfaehigkeit und die intellektuelle, sprachliche, perzeptuelle und Gesamtentwicklung von Kindern (Piaget, 1966; Roberts, 1966; Werner, 1957). Nach Marianne Frostig sind Intelligenz und Motorik miteinander verschraenkt. Ohne ein ausreichendes motorisches Funktionsniveau fehlt dem Kind Selbstbewusstsein, soziale Probleme und Anpassungsschwierigkeiten koennen auftreten, das Kind kann sich nicht auf theoretische Aufgaben konzentrieren, weil die motorischen Handlungsvollzuege nicht automatisiert ablaufen. Frostig nennt vier Entwicklungsphasen, in denen das Kind der Umwelt und seiner selbst bewusst wird, lernt, sich zu bewegen und Objekte zu manipulieren:
(1) sensomotorische Entwicklung (0-2 Jahre);
(2) sprachliche Entwicklung (ca. 1-4 Jahre);
(3) Entwicklung der Wahrnehmung (ca. 3.5-7.5 Jahre);
(4) Entwicklung hoeherer kognitiver Funktionen (ca. 6.5-13 Jahre; Bratfisch & Ivath, 1985, S. 7).

Entwicklungsverzoegerten Kindern bietet Frostig ein motorisches Training an, das zu hoeherem Selbstvertrauen, besserer Konzentrationsfaehigkeit und ungestoerter sozialer Anpassung verhelfen soll. Da das Training auf das Entwicklungsniveau des Kindes abgestimmt sein muss, ergibt sich "Bedarf nach einem leicht applizierbaren 'Screening'-Test zur Diagnose motorischer Maengel" (Bratfisch & Ivath, 1985, S. 9).
 

Testaufbau

Das Verfahren setzt sich aus insgesamt 13 Aufgaben zusammen, mit denen die hypothetischen Bewegungsmerkmale Koordination, Beweglichkeit, Gelenkigkeit, Kraft und Gleichgewicht erfasst werden sollen. Im einzelnen handelt es sich um folgende Bewegungsmerkmale, Aufgaben und gemessene Leistungen (Bratfisch & Ivath, 1985, S. 10-11):
AUGEN-HAND-KOORDINATION
(1) Holzkloetze auffaedeln: 18 Holzkloetze sind auf einem Schnuersenkel aufzufaedeln (HOLA). Gemessene Leistung: bilaterale Augen-Hand-Koordination.
(2) Faust, Handkante, Handflaeche: Handbewegungen sind so schnell wie moeglich zu wiederholen (FAHA). Gemessene Leistung: unilaterale Koordination, die motorische Sequenzen enthaelt.
(3) Holzkloetze versetzen: Holzkloetze sind in Aussparungen eines Brettes zu setzen (HOLV). Gemessene Leistungen: Augen-Hand Koordination und feinmotorische Leistungen, wobei auch die Mittellinie des Koerpers ueberquert wird.

KRAFT
(4) Liegestuetze (LIEG). Gemessene Leistung: Staerke in der Arm- und Schultermuskulatur.
(5) Weitsprung aus dem Stand (WEIT). Gemessene Leistungen: beidbeiniges Springen; Staerke in den Beinen.
(6) Oberkoerper aufrichten, Sit-ups (SIT). Gemessene Leistung: Staerke in der Bauchmuskulatur (dynamische Staerke).

GELENKIGKEIT
(7) Sitzen-Beugen-Strecken: Im Sitzen mit gestreckten Beinen sind die Haende so weit wie moeglich nach vorne zu strecken (SBS). Gemessene Leistungen: Biegsamkeit des Rueckgrats; Dehnbarkeit der Flexoren (Beugemuskeln der Oberschenkel).

AUSGEGELICHENE BEWEGUNG (BEWEGLICHKEIT)
(8) Koerperhaltung veraendern: Wechsel zwischen auf dem Bauch Liegen und Aufstehen (KOEVE). Gemessene Leistungen: Beweglichkeit und Schnelligkeit bei Aenderung der Koerperhaltung von stehender Position zur liegenden und wieder zur stehenden.
(9) Pendel-Lauf: Vier Bohnensaeckchen sind nacheinander aus 6 m Entfernung zu holen (PELA). Gemessene Leistungen: Start-Vermoegen; Laufschnelligkeit zwischen zwei angegebenen Markierungen; ploetzliches Anhalten; Faehigkeit, Richtung und Koerperhaltung rasch zu aendern.
(10) Gezieltes Werfen: 15 Bohnensaeckchen sind aus 3 m Entfernung auf eine Zielscheibe zu werfen, wobei fuer jeden Wurf je nach Zielgenauigkeit 0-3 Punkte vergeben werden (GEWE). Gemessene Leistungen: visuell-motorische Koordination; Faehigkeit, zu zielen und mit Praezision zu werfen.

GLEICHGEWICHT
(11) Schwebebalken (SCHWEB). Gemessene Leistung: Faehigkeit, die dynamische Balance zu halten.
(12) Einbeiniges Balancieren: Stehen auf einem Bein (BALS). Gemessene Leistung: Faehigkeit, die statische Balance mit offenen Augen zu halten.
(13) Einbeiniges Balancieren, mit geschlossenen Augen (BALG). Gemessene Leistung: Faehigkeit, die statische Balance mit geschlossenen Augen zu halten.

Die angegebene Reihenfolge ist einzuhalten. Fuer die Bewaeltigung der einzelnen Aufgaben werden verschiedene Punktezahlen vergeben, die als Rohwerte und als umgerechneter Stanine-Wert in einem Auswertungsbogen zu protokollieren sind. Fuer einen Teil der Aufgaben ist eine Zeitbeschraenkung vorgegeben. Ausgehend von den Staninewerten fuer die einzelnen Aufgaben werden durchschnittliche Staninewerte fuer jedes Bewegungsmerkmal (Koordination, Kraft, Gelenkigkeit, Ausgeglichene Bewegung und Gleichgewicht) errechnet sowie ein durchschnittlicher Staninewert fuer das gesamte Verfahren (FTM-Punkte).
 

Auswertungshilfen

Die Rohwerte, Staninewerte sowie freie Beobachtungen koennen uebersichtlich in einen Auswertungsbogen eingetragen werden. In der Handanweisung findet sich eine ausfuehrliche Beobachtungsanleitung fuer die einzelnen Aufgaben (Bratfisch & Ivath, 1985, S. 35-37).
 

Auswertungszeit

Die Auswertung beansprucht nur wenige Minuten pro Kind.
 

Itembeispiele

Untertest (2) Faust, Handkante, Handflaeche (Bratfisch & Ivath, 1985, S. 24 - die dort zur Verdeutlichung abgebildeten Fotos koennen nicht wiedergegeben werden)

Testmaterial: Tisch, Stoppuhr.

Anweisungen: Das Kind und der Testleiter sitzen nebeneinander beim Tisch. Der Testleiter zeigt, wie man - leicht - mit verschiedenen Teilen der Hand in einer Bewegungssequenz auf das Tischbrett schlagen kann: zunaechst mit der Aussenkante der Hand, wobei die Finger faustaehnlich geschlossen sind, danach wieder mit der Aussenkante, doch mit ausgestreckten Fingern und schliesslich mit der Handflaeche (Bilder 2a, 2b, 2c). Die Hand wird nach jedem Moment der Sequenz vom Tischbrett abgehoben. Danach laesst man das Kind den Bewegungsablauf so lange ueben, bis ein eindeutiges Verstaendnis gegeben ist. Der Testleiter verbessert, wenn es notwendig ist, ohne dabei verbale Ausdruecke fuer die Handstellung wie z.B. "Faust" zu verwenden.
Dann sagt der Testleiter: "Hast du verstanden, was du machen sollst? Mache das nun moeglichst schnell solange, bis ich 'Halt!' sage." Der Vorgang wird dann mit der anderen Hand wiederholt.
Es kann mitunter schwer sein, die Anzahl der Sequenzen zu zaehlen. Eine Moeglichkeit ist, zu zaehlen, wie oft das Kind die Handflaeche auf die Tischplatte schlaegt.

Zeit: 20 Sekunden pro Hand.

Punktebewertung: Die Summe der Anzahl richtiger Sequenzen fuer jede Hand.
 

Durchführung

 

Testformen

Das Verfahren kann mit zwei oder drei Kindern durchgefuehrt werden, wobei die Aufgaben selbst nur im Einzelversuch abzunehmen sind. Waehrend die deutsche Fassung weitgehend der schwedischen entspricht, weicht die amerikanische Originalfassung in einigen Punkten davon ab (dargestellt bei Bratfisch & Ivath, 1985, S. 20-21).
 

Altersbereiche

Kinder von 6-10 Jahren.
 

Durchführungszeit

Die Durchfuehrung des Verfahrens nimmt ca. 20-25 Minuten in Anspruch.
 

Material

Das Testmaterial kann zusammen mit der Handanweisung und 25 Auswertungsboegen vollstaendig in einem Testkasten bezogen werden (DM 673.-). Darueber hinaus ist Schreibgeraet erforderlich, eine Stoppuhr, Tisch, Stuehle und Gymnastikmatte. Der Umschlag der Auswertungsboegen enthaelt als "Gedaechtnisstuetze" alle Aufgaben mit Durchfuehrungszeiten und Instruktionen, soweit gegeben, sowie graphischer Veranschaulichung der Aufgaben.
 

Instruktion

Die Instruktion ist nur teilweise woertlich vorgegeben.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Fuer die schwedische Standardisierung wurden die Testleiter speziell geschult, fuer deutsche Untersucher finden sich keine derartigen Voraussetzungen. Die Kinder sollen dazu aufgefordert werden, ihr Bestes zu geben, ohne dass daraus eine Wettkampfsituation entsteht.
 

Testkonstruktion

Eine testtheoretische Grundlage wird nicht genannt. Das Verfahren wurde am Marianne Frostig Center of Educational Therapy in Los Angeles, USA, erarbeitet und 1972 unter dem Namen "Frostig Movement Skills Test Battery" (Orpet, 1972) publiziert. Parallel zur Testbatterie wurde ein Trainingsprogramm konzipiert (Frostig & Maslow, 1969; deutsch: Reinartz & Reinartz, 1979). Grundlage der deutschen FTM-Fassung ist jedoch nicht das amerikanische Original, sondern die weiterentwickelte schwedische Uebersetzung (Holmgren, 1982), wobei von der Ausnahme ausgegangen wurde, dass der deutschsprachige Raum hinsichtlich relevanter Bedingungen (Kultur, Schulsystem, soziale Verhaeltnisse etc.) Schweden naeher stuende als den USA. Unterschiede zur amerikanischen Originalfassung liegen insbesonders in der Reihenfolge der Vorgabe sowie in Modifikationen der Aufgabenstellung bzw. des Materials (Bratfisch & Ivath, 1985, S. 20).
Eine mit der amerikanischen Version durchgefuehrte Faktorenanalyse fuer jede Altersstufe zwischen 6 und 12 Jahren erbrachte uebereinstimmend fuenf Faktoren mit Eigenwerten groesser 1, die inhaltlich interpretiert wurden als:
F1: Augen-Hand-Koordination;
F2: Balance;
F3: Kraft;
F4: Gelenkigkeit;
F5: Visuell gesteuerte Bewegung.
Vier der fuenf hypothetisch festgelegten Faktoren konnten so empirisch bestaetigt werden. An n = 100 deutschen Schuelern zwischen 6 und 10 Jahren konnte Schilling (1987, S. 23) nur die Dimensionen "Gleichgewicht" und "Flexibilitaet" faktorenanalytisch bestaetigen, die anderen Dimensionen waren nicht als eigenstaendige Faktoren nachweisbar.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

"Es kann sich oft als schwierig erweisen, die Leistung eines Kindes richtig und objektiv zu beurteilen" (Bratfisch & Ivath, 1985, S. 34). Angaben zur Beurteileruebereinstimmung liegen nicht vor. Lediglich die Durchfuehrung kann Objektivitaet fuer sich beanspruchen. Schilling (1987, S. 25) verweist auf verschiedene Probleme, die mit unterschiedlichen Techniken der untersuchten Kinder zusammenhaengen (HOLA), der Uebungsabhaengigkeit der Aufgaben (FAHA, HOLA) sowie Bewertungs- (GEWE) und Differenzierungsschwierigkeiten (PELA).
 

Reliabilität

Fuer jede Altersgruppe werden von Bratfisch und Ivath (1985, S. 19) Reliabilitaetskoeffizienten der schwedischen Normierungsstichprobe (n = 919) ohne naehere Angaben angefuehrt (siehe Tabelle 1). Schilling (1987, S. 23) fuehrte mit n = 50 Schuelern nach 10-20 Tagen eine Testwiederholung durch und ermittelte einen Gesamt-Retestkoeffizienten von rtt = .86 (siehe Tabelle 2).

Tabelle 1
Gesamt-Reliabilitaetskoeffizienten fuer verschiedene Altersgruppen (Bratfisch & Ivath, 1985, S. 19)
----------------------------------------
Altersgruppe Koeffizient
----------------------------------------
5:9-6:2 .76
6:3-6:8 .87
6:9-7:2 .74
7:3-7:8 .88
7:9-8:2 .88
8:3-8:8 .85
8:9-9:2 .87
9:3-9:8 .73
----------------------------------------
Tabelle 2
Retestkoeffizienten fuer die FTM-Untertests (Schilling, 1987, S. 26)
----------------------------------------
Variable rtt
----------------------------------------
(1) Holzkloetze auffaedeln .78
(2) Faust, Handkante, Handflaeche .86
(3) Holzkloetze versetzen .74
(4) Liegestuetze .71
(5) Weitsprung .65
(6) Sit-ups .85
(7) Sitzen-Beugen-Strecken .90
(8) Koerperhaltung veraendern .61
(9) Pendel-Lauf .77
(10) Gezieltes Werfen .81
(11) Schwebebalken .51
(12) Balancieren, Augen offen .63
(13) Balancieren, Augen zu .60
----------------------------------------
 

Validität

Das Verfahren besitzt inhaltlich-logische Gueltigkeit. Bisherige faktorenanalytische Ergebnisse sprechen nur teilweise fuer die faktorielle Validitaet (siehe unter "Testkonstruktion"). Ansonsten wurde im Rahmen der Testerstellung keine Validitaetspruefung durchgefuehrt, "da man der Ansicht war, dass ein zuverlaessiges Kriterium nicht vorhanden sei" (Bratfisch & Ivath, 1985, S. 13).

Schilling (1987) berechnete Korrelationen zum Koerperkoordinationstest fuer Kinder (KTK; Kiphard & Schilling, 1974) und zum Leistungs-Dominanz-Test (LDT; Senn & Huppenbauer, 1974). Dabei ergaben sich hohe Zusammenhaenge von r = .70 (KTK-Gesamt-MQ/FTM) bzw. r = .71 (LDT/FTM-Holzkloetze auffaedeln). Ein Extremgruppenvergleich der aufgrund des Lehrerurteils zu den motorischen Faehigkeiten gebildeten oberen und unteren 25% einer Klasse erbrachte signifikante Unterschiede nur in vier FTM-Untertests (HOLA, SBS, WEIT, SIT), dagegen hochsignifikante Unterschiede in fast allen KTK- und LDT-Leistungswerten. Varianzanalytische Ergebnisse weisen auf eine gute altersmaessige Differenzierung der meisten FTM-Untertests hin.
 

Normierung

Angegeben werden Mittelwerte und Standardabweichung der Untertests fuer Jungen und Maedchen verschiedener Altersgruppen zwischen 5;9 und 9;8 Jahren der schwedischen Standardisierung (n = 919) sowie teilweise der amerikanischen Standardisierung (n = 744). Fuer die Individualdiagnose werden altersbezogene und zum Teil geschlechtsspezifische Staninewerte fuer die schwedische Standardisierungsstichprobe mitgeteilt. In der Handanweisung wird eine eigene Standardisierung fuer den deutschsprachigen Raum angekuendigt (Bratfisch & Ivath, 1985, S. 6).
Schilling (1987) fand in 9 von 13 Untertests so grosse Vertrauensintervalle C (C > = SD), dass die Untertestwerte sich kaum zur Individualdiagnostik eignen.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Ziel des Screeningverfahrens ist die Diagnose des motorischen Entwicklungsstandes eines Kindes und, bei festgestellter Verzoegerung bzw. Bewegungsstoerungen, die Durchfuehrung eines auf der Diagnose aufbauenden Foerderprogramms mit fast 200 Uebungen und Aktivitaeten. Der Theorie von Frostig zufolge koennen damit neben sensomotorischen Rueckstaenden auch Lernschwierigkeiten und Verhaltensstoerungen behandelt sowie die emotionale und soziale Entwicklung vorangetrieben werden. Neben dem Frostig Test der motorischen Entwicklung liegt als weiteres foerderdiagnostisches Verfahren der Frostig Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung (Lockowandt, 1990) vor.
 

Bewertung

Die 1985 fuer die deutsche Ausgabe in Aussicht gestellte Standardisierung ist bis 1993 nicht vorgelegt worden. Damit besteht ein Provisorium weiter - naemlich die Verwendung relativ alter schwedischer bzw. amerikanischer Normen -, das die erhaltenen Daten unabwaegbar macht und ihre Aussagekraft deutlich einschraenkt. Zudem beruhen auch alle sonstigen Angaben der Handanweisung z.B. zur Zuverlaessigkeit und zur faktoriellen Validitaet auf nicht deutschen Stichproben, ganz abgesehen davon, dass die Angaben an sich lueckenhaft sind (z.B. werden Art der Reliabilitaetskoeffizienten, Faktorladungen, Schwierigkeiten, Trennschaerfen nicht erlaeutert). Bei gutem Willen kann man das Verfahren, so wie es vorliegt, als Ausgangspunkt einer Testentwicklung betrachten. Entscheidungen hinsichtlich eines Entwicklungsrueckstandes damit zu treffen, erscheint zumindest gewagt. Dass auch zur bereits 20 Jahre alten amerikanischen Fassung keine Validitaetsangaben bzw. Veroeffentlichungen zu durchgefuehrten Untersuchungen vorliegen, bestaetigt diesen Eindruck nur.
Schilling (1987, S. 26) sieht den Test nach seinen Ergebnissen insgesamt "geeignet, zuverlaessige Aussagen in einzelnen Dimensionen der motorischen Entwicklung zu geben", schlaegt aber eine Ueberarbeitung der Einzeltests vor mit dem Ziel besserer Rohwerteverteilungen und Differenzierungsfaehigkeiten sowie einer besseren Repraesentation der Dimensionen.
 

Literatur

  • Bratfisch, O. & Ivath, A. (1985). Frostigs Test der motorischen Entwicklung FTM. Handanweisung. Stockholm: AOB Studium AB.
  • Frostig, M. & Maslow, P. (1969). Frostig Move-Grow-Learn: Teacher's Guide. Chicago: Follett Educational Corporation.
  • Holmgren, B. (1982). Frostigs roerelseprov, FRP. Stockholm: Psykologifoerlaget.
  • Kiphard, E. & Schilling, F. (1974). Koerperkoordinationstest fuer Kinder. Weinheim: Beltz.
  • Lockowandt, O. (1990). Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung (6. ueberarbeitete Auflage). Weinheim: Beltz.
  • Orpet, R.E. (1972). Frostig Movement Skills Test Battery. Experimental edition. Examiner's manual. Palo Alto, CA: Consulting Psychologists Press.
  • Piaget, J. (1966). The psychology of intelligence. Totowa, N.J. Littlefield: Adams and Company.
  • Reinartz, A. & Reinartz, E. (1979). Bewegen-Wachsen-Lernen. Dortmund: Cruewell.
  • Roberts, L. (1966). Central brain mechanisms in speech. In E.C. Carterette (Ed.), Brain function: Speech, language, and communication. Vol. III. Berkeley: University of California Press.
  • Schilling, F. (1987). Frostig's Test der motorischen Entwicklung. Praxis der Psychomotorik, 12, 23-27.
  • Senn & Huppenbauer. (1974). Ohne Angaben bei Schilling (1987).
  • Werner, H. (1957). Comparative psychology of mental development (rev. ed). New York: International Universities Press.
 

Rezensionen

  • Bös, K. (Hrsg.). (2001). Handbuch Motorische Tests. Sportmotorische Tests, motorische Funktionstests, Fragebogen zur körperlich-sportlichen Aktivität und sportpsychologische Diagnoseverfahren (2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage) (Testkurzdarstellung Frostigs Test der motorischen Entwicklung (FTM): S. 156-159). Göttingen: Hogrefe.
  • Borchert, J., Knopf-Jerchow, H. & Dahbashi, A. (1991). Testdiagnostische Verfahren in Vor-, Sonder- und Regelschulen. Ein kritisches Handbuch für Praktiker (Testkurzdarstellung FTM - Frostigs Test der motorischen Entwicklung: S. 266-268). Heidelberg: Asanger.
 
 Manfred Eberwein (12.10.1993)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Observation Methods; Screening Tests; Test Norms; Psychomotor Development; Perceptual Motor Development; Motor Coordination; Special Education

Beobachtungsmethoden; Screening Tests; Testnormen; Psychomotorische Entwicklung; Sensumotorische Entwicklung; Motorische Koordination; Sonderpädagogik

 weitere Schlagworte:

1972; 1985; ab 6 Jahre; bis 10 Jahre; Merkmale: 1 Auge-Handkoordination, 2 Kraft, 3 Gelenkigkeit, 4 Ausgeglichene Bewegung, 5 Gleichgewicht
 Klassifikation:

Tests und Testen
Motorische Leistungstests; Spezielle Tests zur motorischen Entwicklung
4.1; 1.3
 Anwendungstyp: Remedial Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English, Swedish
 Land: Sweden
 Publikationsjahr: 1985
 Änderungsdatum: 199904
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