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Psycholinguistischer Entwicklungstest

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9000368
 

PET - Psycholinguistischer Entwicklungstest (PSYNDEX Tests Review)

 

Illinois Test of Psycholinguistic Abilities - rev. ed. (ITPA; Kirk, S.A., Mccarthy, J.J. & Kirk, W.D., 1968) - German version/author

 Angermaier, M.
 (1974). PET. Psycholinguistischer Entwicklungstest [Testkoffer mit Manual, Protokollheften, Auswertungsschablonen und Testmaterial]. Weinheim: Beltz.

Bibliotheksstandort: Testsammlung Psychologie Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek: PT 516 (deutsche Fassung, 2., korrigierte Auflage 1977); PT 62 (Originalfassung, S.A. Kirk, 1968/69)
Preis: 380,00 Euro (Test komplett in 2., korrigierter Auflage 1977; Stand: 8.1.2019)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: info@testzentrale.de ; Stand: 1.11.2019.
Anmerkung: 1977 erschien eine 2., korrigierter Auflage des Manuals. Von Wettstein und Schalch (1980) liegt eine Dialektfassung für die Schweiz vor. Inzwischen liegt ein Potsdam-Illinois Test für Psycholinguistische Fähigkeiten auf der Grundlage des Illinois Test of Psycholinguistic Abilities, Third Edition (ITPA-3), vor (Esser, Wyschkon, Ballaschk & Hänsch, 2010; PSYNDEX Tests-Nr. 9006287).

 Adresse(n): o Prof. Dr. Michael J.W. Angermaier, Institut für Sprachtherapeutische Kompetenz (ISK), Carl-Goerdeler-Straße 25, D-50226 Frechen ; E-Mail: kontakt@logopaedie-voss-kerpen.de ; URL: http://www.logopaedie-voss-kerpen.de/ ; Stand: 31.8.2016
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Der Psycholinguistische Entwicklungstest (PET) dient verschiedenen Zwecken: der Ermittlung des sprachlichen Leistungsstandes und der Eingrenzung der förderungsbedürftigen Bereiche, der Ermittlung von Fähigkeitsdefiziten in Fällen von Legasthenie, bei zerebraler Dysfunktion und bei allen sonderpädagogischen Fragestellungen. Die Zielgruppe sind Kinder zwischen 3;0 und 9;11 Jahren.


Aufbau:
Die Testbatterie lässt sich in Tests auf Repräsentationsstufe sowie Tests auf Integrationsstufe unterteilen. Die Tests auf Repräsentationsstufe behandeln den rezeptiven Prozess (Wortverständnis, Bilder Deuten), den Organisations- und Vermittlungsprozess (Sätze Ergänzen, Bilder Zuordnen) und den expressiven Prozess (Gegenstände Beschreiben, Gegenstände Handhaben). Die Tests auf Integrationsstufe behandeln währenddessen die Automatik (Grammatik-Test, Wörter Ergänzen, Laute Verbinden, Objekte Finden) und Sequenzen (Zahlenfolgen-Gedächtnis, Symbolfolgen-Gedächtnis).


Grundlagen und Konstruktion:
Der PET ist die deutsche Fassung des Illinois Test of Psycholinguistic Abilities (ITPA) von Kirk, McCarthy und Kirk in der Fassung von 1968. Den theoretischen Rahmen für das Verfahren bildet Osgoods Modell der Kommunikationsprozesse. Während Teile des Tests unverändert aus der amerikanischen Version übernommen wurden, waren bei anderen Subtests Arbeiten an den Bewertungsrichtlinien, Aufgabenfolgen und Testeinstiegen erforderlich. Die Untertests Wortverständnis, Sätze Ergänzen, Grammatik Test, Wörter Ergänzen und Laute Verbinden wurden völlig neu entwickelt.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die Reliabilität wurde an drei Stichproben gemessen: einer Kindergartengruppe (n = 153) und Stichproben des 2. (n = 100) bzw. 4. (n = 114) Schuljahres. Die Konsistenzeinschätzung für die 12 Subtests lagen hierbei zwischen rtt = .68 und rtt = .95. Die Retest-Reliabilität bei der Kindergartengruppe lag zwischen rtt = .86 und rtt = .96 für die 12 Subtests und bei .97 für das Gesamtergebnis. Für die Testwiederholungskorrelationen bei den Stichproben des 2. und 4. Schuljahres ergaben sich Werte zwischen rtt = .47 und rtt = .80 für die Subtests und rtt = .84 bzw. rtt = .88 für den Gesamttest.
Validität: Beim derzeitigen Stand der Validierungsuntersuchungen kann nicht genau beantwortet werden, was der PET allgemein und seine Subtests im Einzelnen messen. Bezüglich der faktoriellen Validität bei drei Altersgruppen wurden sowohl vier relativ konstante Faktoren, als auch nur zwei unbedeutend miteinander korrelierende Faktoren gefunden. Fünf der insgesamt 12 Subtests konnten signifikant zwischen einer Gruppe Legastheniker und der Kontrollgruppe unterscheiden. Die Übereinstimmungsvalidität zwischen dem PET und anderen gebräuchlichen Verfahren ist als relativ gering einzustufen.
Normen: Der PET wurde an einer repräsentativen Stichprobe (n = 2 622 Kinder im Altersbereich zwischen 3;0 und 9;11 Jahren) für jedes Altersdrittel und getrennt nach Geschlecht normiert. Die Ergebnisse jedes Subtests können in T-Werte umgerechnet werden und eine mitgelieferte Tabelle ermöglicht die weitere Umsetzung der Ergebnisse in Prozentränge.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Der Psycholinguistische Entwicklungstest (PET) ist die deutsche Bearbeitung des Illinois Test of Psycholinguistic Abilities (ITPA) von Kirk, McCarthy und Kirk in der Fassung von 1968 (Batemann, 1965; Kirk, 1966, 1967; Kirk & McCarthy, 1961; Kirk, McCarthy & Kirk, 1968; McCarthy & Kirk, 1961, 1963; Paraskevopoulos & Kirk, 1969). Den theoretischen Rahmen für das Verfahren bildet Osgoods (1957a, 1957b) Modell der Kommunikationsprozesse, in dem er akustischen und optischen Input, stimmlichen und motorischen Output, rezeptive und expressive Vermittlungsprozesse sowie eine Repräsentations- und eine Integrationsstufe unterscheidet.
Die aus 12 teststatistisch relativ unabhängigen Subtests bestehende Testbatterie soll weniger der Feststellung der allgemeinen sprachlichen Leistungsfähigkeit dienen als vielmehr die Schwerpunkte bestimmter Kommunikationsschwierigkeiten ermitteln und so die differentialdiagnostische Grundlage für die Gestaltung individuell zugeschnittener Trainings- und Unterrichtsprogramme bilden.
 

Testaufbau

Dem Osgoodschen Modell entsprechend ist der Test folgendermaßen aufgebaut:

TESTS AUF DER REPRÄSENTATIONSSTUFE
A. Der rezeptive Prozess (Entschlüsselung)
(1) WV Wortverständnis (Gehörtes Verstehen): Der Test enthält 60 Fragen des Musters: Können Berge reißen? Können Tempel einstürzen? Können Virtuosen brillieren? Die Antwort kann ein "ja" oder "nein" oder auch nur ein "Nicken oder Kopfschütteln" sein.
(2) BD Bilder Deuten (Geschehenes verstehen): Der Test enthält 40 Bildaufgaben. Das Kind muss ein vorgegebenes Abbildungsobjekt mit vier ähnlichen Abbildungsobjekten vergleichen und den inhaltlich oder funktionell entsprechenden Gegenstand erkennen.

B. Der Organisations- und Vermittlungsprozess (Assoziation)
(3) SE Sätze Ergänzen (aus Gehörtem Beziehungen ableiten): Beispiele für die 35 Testfragen sind: "Berge sind hoch, Täler sind ---". "Eis ist fest, Wasser ist ---". "Ein Arzt hat Patienten, ein Anwalt hat ---".
(4) BZ Bilder zuordnen (aus Gesehenem Beziehungen ableiten): Das Kind hat in diesem Bildertest ein Reizobjekt mit vier Antwortobjekten zu vergleichen und im zweiten schwierigen Teil Aufgaben vom Analogietyp zu lösen.

C. Der expressive Prozess (Verschlüsselung)
(5) GB Gegenstände Beschreiben (Gedanken in Worten ausdrücken): Dem Kind werden vier Gegenstände (Ball, Bauklötzchen, Briefkuvert, Knopf) vorgelegt mit der Bitte "alles hierüber" zu erzählen. Die Bewertung erfasst alle zutreffend geschriebenen Aspekte.
(6) GH Gegenstände Handhaben (Gedanken in Gesten Ausdrücken): Dem Kind werden Fotos von 15 Objekten gezeigt und es soll zeigen, "was man damit macht". Es kommt dabei darauf an, wie viele Aspekte der Handhabung zutreffend zum Ausdruck gebracht werden können.

TESTS AUF DER INTEGRATIONSSTUFE (STUFE DER AUTOMATIK UND SEQUENZEN)
A. Automatik
(7) GT Grammatik-Test: Der Test soll die Fähigkeit, grammatische Regeln zu benutzen, messen. Beispielaufgabe: "Dieses Pferd ist groß. Aber dieses Pferd ist noch ---- ."
(8) WE Wörter Ergänzen: Das Kind muss beim Vorsprechen von 36 Wörtern ausgelassene Laute ergänzen und das ganze Wort nennen. Z.B.: "Flugzeu /. Wie heißt das Wort richtig?"
(9) LV Laute Verbinden: Die Laute eines Wortes werden isoliert gesprochen und das Kind muss das ganze Wort erkennen. Der schwierigste Teil des Tests enthält sinnlose Lautabfolgen, die vom Kind zusammenhängend nachgesprochen werden müssen.
(10) OF Objekte Finden: Vier Bildstreifen werden vorgelegt. Jeder enthält 14 bis 15 Exemplare eines oder mehrerer Objekte, mehr oder weniger hinter anderen Gegenständen versteckt. Gemessen wird die Zahl der innerhalb des Zeitlimits gefundenen Objekte.

B. Sequenzen
(11) ZFG Zahlenfolgen-Gedächtnis (eine Reihe von Symbolen wiedergeben, die akustisch geboten werden): Es werden zwei Ziffern pro Sekunde genannt. Jede Zahlenfolge wird einmal wiederholt, falls sie beim ersten Mal nicht wieder gegeben werden kann.
(12) SFG Symbolfolgen-Gedächtnis (eine Reihe von Symbolen wiedergeben, die visuell geboten werden): Sequenzen abstrakter Symbole in Form von Plättchen sind nach einer Vorlage aufsteigenden Umfangs aus dem Gedächtnis nachzulegen. Auch hier sind zwei Versuche pro Aufgabe zugelassen.
 

Auswertungsmodus

Zur weiteren Verwendung der mit dem Verfahren gewonnenen Daten finden sich im Manual genaue Angaben.
 

Auswertungshilfen

Die Auswertung kann mit Hilfe der mitgeteilten Antwortmöglichkeiten samt Bewertungsrichtlinien sicher und schnell vorgenommen werden.
 

Auswertungszeit

Die Auswertungszeit liegt bei 5 bis 10 Minuten pro Fall.
 

Itembeispiele

Itembeispiele finden sich unter "Testaufbau.
 

Durchführung

 

Testformen

Der Test ist ein Einzeltest. Er kann vollständig oder in zwei Kurzformen durchgeführt werden, die den Gesamtwert mit r = .95 bzw. r = .93 vorherzusagen erlauben. Wettstein und Schalch (1980) haben eine Dialektfassung verschiedener Untertests für die Schweiz erstellt.
 

Altersbereiche

Der PET kann bei Kindern zwischen 3;0 und 9;11 Jahren angewendet werden.
 

Durchführungszeit

Die Durchführungszeit für das Verfahren liegt bei einer guten Stunde. Ältere Kinder müssen nicht den ganzen Test durchführen, da für sie bestimmte Testeinstiege vorgesehen sind, sofern davon ausgegangen werden kann, dass sie die leichteren Aufgaben bewältigen können.
 

Material

Das gesamte zur Testdurchführung erforderliche Material ist dem Testkoffer beigegeben.
 

Instruktion

Die genauen Instruktionen sind im Testmanual aufgeführt und gegebenenfalls mit Übungsbeispielen erläutert.
 

Durchführungsvoraussetzungen

In die Durchführung ist eine intensive Einarbeitung notwendig, die durch die ausführlichen Erläuterungen im Manual erleichtert wird. Nach dieser Einarbeitung könnten auch Hilfskräfte den Test durchführen und die Auswertung vornehmen. Eine differenzierte Auswertung und Interpretation setzt aber testtheoretische Kenntnisse voraus.
 

Testkonstruktion

Die Subtests Symbolfolgen-Gedächtnis, Zahlenfolgen-Gedächtnis und Objekte Finden wurden unverändert aus der amerikanischen Version übernommen, im Fall der Untertests Gegenstände Beschreiben und Gegenstände Handhaben waren umfangreiche Arbeiten an den Bewertungsrichtlinien erforderlich. Bei den beiden Aufgabengruppen Bilder Deuten und Bilder Zuordnen wurden die Aufgabenfolgen z.T. neu ermittelt und die Testeinstiege neu festgelegt. Völlig neu entwickelt wurden die Subtests Wortverständnis, Sätze Ergänzen, Grammatik Test, Wörter Ergänzen und Laute Verbinden.

In Anlehnung an das amerikanische Originalverfahren wurde die deutsche Version des Tests in drei Aufgabenanalysen nachkonstruiert, mit wechselnd großen (n = 60 bis 153) und repräsentativen Stichproben von Kindern, zusammengefasst zu Altersgruppen, die die enorme Altersspanne wiederspiegeln, die der Test erfasst. In den letzten beiden Aufgabenanalysen wurden die Items verbessert und selegiert, bis der letzte Itemstand erreicht war. Bei jeder Aufgabenanalyse wurden ermittelt: Schwierigkeitsindex, Trennschärfe, Aufgabenvarianz, Reliabilitätsindex und ggf. Distraktorenwerte für jedes Item, sowie Reliabilitätsschätzungen nach unterschiedlichen Verfahren für jeden Untertest.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Das Manual enthält exakte und umfangreiche Anweisungen für die Testdurchführung und -auswertung bzw. Interpretationsbeispiele, ggf. zu jedem Item. Der am wenigsten objektiv erscheinende Untertest Gegenstände Beschreiben wurde einer Studie über Versuchsleitereffekte unterzogen, wobei sich Inter-Versuchsleiter-Korrelationen zwischen r = .81 und r = .83 für verschiedene Altersgruppen ergaben.
 

Reliabilität

Die Reliabilitätsmessungen erfolgten zweifach: Als Messung im Sinn innerer Konsistenz und im Sinn der Testwiederholungszuverlässigkeit (n = 100) für eine Kindergartengruppe (n = 153), eine Stichprobe des 2. (n = 100) und 4. Schuljahres (n = 114). Nach der Split-half-Technik mit Spearman-Brown-Korrektur lagen die Konsistenzschätzungen für diese drei Stichproben und die 12 Subtests zwischen rtt = .68 und rtt = .95. Bei der Kindergartengruppe (n = 46) ist der Test nach einer Woche ein erstes Mal und nach weiteren zwei Wochen ein zweites Mal durchgeführt worden. Dabei ergaben sich Retest-Reliabilitätskoeffizienten zwischen rtt = .86 und rtt = .96 für die 12 Subtests und ein Wert von .97 für das Gesamtergebnis, auch nach 3 Wochen. Bei den Stichproben im 2. und 4. Schuljahr ist der PET nach 3 Monaten wiederholt worden. Die Testwiederholungskorrelationen lagen hier zwischen rtt = .47 und rtt = .80 für die Subtests und bei rtt = .84 bzw. rtt = .88 für den Gesamttest.
 

Validität

Abgesehen von seiner inhaltlichen Validität sind Analysen der Gültigkeit des Verfahrens im Sinn
(1) der faktoriellen Validität bei drei Altersgruppen,
(2) mit der Methode des Extremgruppenvergleiches bei Legasthenikern und Nicht-Legasthenikern und
(3) der kriterienbezogenen Validität durch Vergleichsmessungen mit Tests im Schulalter bzw. im Vorschulbereich vorgenommen worden.

(1) Angermaier (1974b) ermittelte in Hauptachsenanalysen vier relativ konstante Faktoren. Eberle, Holtz, Kowalewski und Staiger (1978a, 1978b) fanden in ihren Analysen zwei nur unbedeutend miteinander korrelierende Faktoren und kommen gemäß dem theoretischen Modell von Osgood zu der Auffassung, dass "der Test psycholinguistische Leistungen in den einzelnen Sinneskanälen weitgehend getrennt voneinander erfasst" (Eberle et al., 1978b, S. 127) bzw. dass der PET "als eine Batterie relativ unabhängiger Subtests verstanden werden kann, die spezifische Aspekte messen". Zur weiteren Aufklärung der Faktorenstruktur legten auch Röhr, Steinhausen und Funkekazmeyer (1976) sowie Ehrenstein, Heister und Cohen (1982) Untersuchungen vor.

(2) Bei einer Experimentalgruppe (n = 24 durchschnittlich begabte Legastheniker eines 2. Schuljahres) und einer nach Intelligenz, Alter, Status und Geschlecht parallelen Kontrollgruppe (n = 23 Schüler mit überdurchschnittlich guter Rechtschreibung) wurde der PET in einer Experimentalform durchgeführt. Folgende fünf Subtests differenzierten signifikant zwischen den beiden Gruppen: Sätze Ergänzen (SE), Zahlenfolgen-Gedächtnis (ZFG), Grammatik-Test (GT), Wörter Ergänzen (WE) und Laute Verbinden (LV). Dabei sind die Sprachtests (GT, WE und LV) in besonderer Weise zur Differentialdiagnose zwischen Legasthenikern und Nicht-Legasthenikern geeignet.

(3) Im Rahmen verschiedener Studien zur Übereinstimmungsvalidität des PET wurden Produkt-Moment-Korrelationen zwischen PET und gebräuchlichen Schul- und Intelligenztests berechnet (Angermaier, 1974a, S. 166-183). Beispielsweise beträgt die Korrelation zwischen den Gesamtwerten des PET und des AST 2 r = .37 (n = 100 Kinder des 2. Schuljahres) und zwischen PET und AST 3 r = .46 (n = 114 Kinder des 4. Schuljahres). Die Korrelationen zwischen den Subtests des PET und den Aufgabengruppen der beiden genannten Verfahren sind in der Mehrzahl relativ gering (r zwischen -.1 und .53).
Ein Vergleich von HAWIK und PET ergab einen Korrelationskoeffizienten von r = .51 zwischen PET und HAWIK-Verbal-IQ, während PET und HAWIK-Handlungs-IQ nur zu r = .27 miteinander korrelieren (n = 100 Kinder des 2. Schuljahres).
Auch im Vorschulbereich sind die bisher berechneten Korrelationen zwischen PET und verschiedenen anderen Tests insgesamt eher gering. Am relativ größten ist der Zusammenhang zwischen verschiedenen PET-Subtests und dem FTF-W mit Korrelationen zwischen r = .29 und r = .53 sowie dem GST-GMO (Göttinger Schulleistungstest, Subtest GMO zur Erfassung von Größen-, Mengen- und Ordnungsrelationen) mit Koeffizienten zwischen r = .28 bis r = .55.
 

Normierung

Nach Überprüfung der Normalverteilungen wurde der PET an einer repräsentativen Stichprobe von 2 622 Kindern (Erhebungszeitpunkt 1973) zwischen 3;0 und 9;11 Jahren für jedes Altersdrittel und getrennt nach Geschlecht normiert. Die Ergebnisse jedes Subtests können in T-Werte umgerechnet werden. Eine mitgelieferte Tabelle ermöglicht die weitere Umsetzung der Ergebnisse in Prozentränge. Die Berechnung von Vertrauensgrenzen der T-Werte ist anhand der mitgeteilten Standardmessfehler möglich, mit deren Hilfe sind auch kritische Differenzen berechnet und tabellarisch aufgeführt worden.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Der Test ist ein kombinierter Sprach- und Intelligenztest mit dem Vorteil einer umfassenden Fähigkeitsdiagnostik für verschiedene Zwecke, zur Ermittlung des sprachlichen Leistungsstandes und der Eingrenzung der förderungsbedürftigen Bereiche, zur Ermittlung von Fähigkeitsdefiziten in Fällen von Legasthenie, bei zerebraler Dysfunktion und bei allen sonderpädagogischen Fragestellungen.
 

Bewertung

Der Versuch, eine Testbatterie streng nach dem Osgoodschen Kommunikationsmodell zu entwickeln, wirft eine ganze Reihe psychometrischer Probleme auf. So lässt sich bei bestimmten Aufgabentypen der Schwierigkeitsgrad kaum steigern, andere implizieren eine relativ hohe Ratewahrscheinlichkeit wie im Fall des Wortverständnistests.
Zur Objektivität des Verfahrens steht eine systematische Überprüfung von Versuchsleitereffekten noch aus. Die Frage, was der PET allgemein und seine Subtests im Einzelnen messen, kann beim derzeitigen Stand der Validierungsuntersuchungen nicht eindeutig beantwortet werden.
 

Literatur

  • Angermaier, M. (1974). PET. Psycholinguistischer Entwicklungstest. Weinheim: Beltz.
  • Angermaier, M. (1974b). Die Differentialdiagnose der Legasthenie mit dem psycholinguistischen Entwicklungstest (PET). Zeitschrift für erziehungswissenschaftliche Forschung, 8, 65-81.
  • Angermaier, M. (1977). Psycholinguistischer Entwicklungstest. Manual (2., korrigierte Auflage). Weinheim: Beltz.
  • Batemann, B. (1965). The Illinois Test of Psycholinguistic Abilities incurrent research: Summaries of studies. Urbana, Ill.: University of Illinois Press.
  • Eberle, G., Holtz, K.-L., Kowalewski, A. & Staiger, M. (1978a). Ein Beitrag zur Abklärung der Faktorenstruktur des Psycholinguistischen Entwicklungstests (PET) bei sogenannten lernbehinderten Sonderschülern. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 10, 134-143.
  • Eberle, G., Holtz, K.-L., Kowalewski, A. & Staiger, M. (1978b). Zur Faktorenstruktur des Psycholinguistischen Entwicklungstests (PET) - eine Reanalyse. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 25, 124-128.
  • Ehrenstein, W.H., Heister, G. & Cohen, R. (1982). Trail Making Test and visual search. Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten, 231, 333-338.
  • Kirk, S.A. (1966). The diagnosis and remediation of psycholinguistic disabilities. Urbana, Ill.: University of Illinois Press.
  • Kirk, S.A. (1967). Amelioration of mental disabilities through psychodiagnostic and remedial procedures. In G.A. Jervis (Ed.), Mental retardation. Springfield, Ill.: Charles C. Thomas.
  • Kirk, S.A. & Mccarthy, J.J. (1961). The Illinois Test of Psycholinguistic Abilities - an approach to differential diagnosis. American Journal of Mental Deficiency, 66, 399-412.
  • Kirk, S.A., McCarthy, J.J. & Kirk, W.D. (1968). Examiner's Manual: Illinois Test of Psycholinguistic Abilities (rev. ed.). Urbana, Ill.: University of Illinois Press.
  • McCarthy, J.J. & Kirk, S.A. (1961). The Illinois Test of Psycholinguistic Abilities, Experimental Edition. Examiner's manual. Urbana, Ill.: University of Illinois Press.
  • McCarthy, J.J. & Kirk, S.A. (1963). The construction, standardization, and statistical characteristics of the Illinois Test of Psycholinguistic Abilities. Urbana, Ill.: University of Illinois Press.
  • Osgood, C.E. (1957a). A behavioristic analysis. In Contemporary approaches to cognition. Cambridge, Mass.: Harvard University Press.
  • Osgood, C.E. (1957b). Motivational dynamics of language behavior. In Nebraska Symposium on Motivation. Lincoln: University of Nebraska Press.
  • Paraskevopoulos, J.N. & Kirk, S.A. (1969). The development and psychometric characteristics of the Revised Illinois Test of Psycholinguistic Abilities. Urbana, Ill.: University of Illinois Press.
  • Röhr, H., Steinhausen, D. & Funkekazmeyer, E. (1976). Neue Testinstrumente zur Differentialdiagnose im Vorschulbereich. Zeitschrift für Heilpädagogik, 29, 296-302.
  • Wettstein, A. & Schalch, F. (1980). Psycholinguistischer Entwicklungstest. Manual. Ausgabe für die Schweiz. Dialektfassung der Untertests: Wort-Verständnis, Sätze ergänzen, Grammatik Test, Wörter ergänzen. Kurzanleitung für alle Untertests. Basel: Beltz.
 

Wichtige neuere Publikationen

  • Esser, G., Wyschkon, A., Ballaschk, K. & Hänsch, S. (2010). P-ITPA. Potsdam-Illinois Test für Psycholinguistische Fähigkeiten. Deutsche Fassung des Illinois Test of Psycholinguistic Abilities, Third Edition (ITPA-3) von D.D. Hammill, N. Mather & R. Roberts. Göttingen: Hogrefe.
  • Henze, K.-H. & Kiese, C. (1991). Empirische Analysen zur Struktur des Psycholinguistischen Entwicklungstests und zur A Priori-Evaluation der Clusterbarkeit eines Datensatzes. Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie, 12 (3), 193-201.
  • Krüger, O. (2001). Diagnose von devianter Sprache bei Kindern. Diagnostische Verfahren für Entwicklungsdysgrammatismus im Vergleich. Stuttgart: ibidem.
  • Marx, H. (1992). Über die differentialdiagnostische Aussagefähigkeit des Psycholinguistischen Entwicklungstests (PET). Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie, 13 (1), 35-52.
  • Wettstein, P. & Schalch, F. (1980). Psycholinguistischer Entwicklungstest (Manual Ausgabe für die Schweiz. Dialektfassung der Untertests Wortverständnis, Sätze ergänzen, Grammatik Test, Wörter ergänzen). Basel: Beltz.
 

Originalfassung/Anderssprachige Fassungen

  • Kirk, S. A., McCarthy, J. J. & Kirk, W. D. (1968). Illinois test of psycholinguistic abilities [examiner's manual and components]. Urbana: University of Illinois Press.
 

Rezensionen

  • Borchert, J., Knopf-Jerchow, H. & Dahbashi, A. (1991). Testdiagnostische Verfahren in Vor-, Sonder- und Regelschulen. Ein kritisches Handbuch für Praktiker (Testkurzdarstellung PET - Psycholinguistischer Entwicklungstest: S. 305-307). Heidelberg: Asanger.
  • Eichler, W. (1977). Sprach-, Schreib- und Leseleistung. Eine Diagnostik für den Deutschlehrer (S. 164-184: Der Psychologische Entwicklungstest PET). München: Fink.
  • Rennen-Allhoff, B. & Allhoff, P. (1987). Entwicklungstests für das Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter (Psycholinguistischer Entwicklungstest: S. 311-316). Berlin: Springer.
 
 Autorenbeschreibung: Michael Angermaier (13.10.1982)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Test Battery; Developmental Measures; Speech and Hearing Measures; Illinois Test of Psycholinguistic Abilities; Pictorial Stimuli; Naming; Test Norms; Subtests; Special Education Students; Special Education; Psycholinguistics; Delayed Speech; Intelligence

Klassische Testtheorie; Testbatterie; Entwicklungstests; Sprech- und Hörtests; Illinois Test of Psycholinguistic Abilities; Bild-Stimuli; Benennen; Testnormen; Untertests; Sonderschüler; Sonderpädagogik; Psycholinguistik; Sprachentwicklungsstörung; Intelligenz

 weitere Schlagworte:

1968 (Illinois Test of Psycholinguistic Abilities); 1974 (1. Auflage); 1977 (2., korrigierte Auflage); Kurzform; Schweizer Fassung; ab 3 Jahre; bis 9 Jahre; Subtests: 1 Wortverständnis, 2 Bilder Deuten, 3 Sätze Ergänzen, 4 Bilder Zuordnen, 5 Gegenstände Beschreiben, 6 Gegenstände Handhaben, 7 Grammatik-Test, 8 Wörter Ergänzen, 9 Laute Verbinden, 10 Objekte Finden, 11 Zahlenfolgen-Gedächtnis, 12 Symbolfolgen-Gedächtnis; Normierungs-/Untersuchungsjahr: 1973; Stichprobe(n): 2622
 Klassifikation:

Klinische Psychodiagnostik; Kognitive Prozesse; Kognitive Entwicklung und Wahrnehmungsentwicklung; Sonderpädagogik und Förderunterricht
Tests zur sprachlichen Entwicklung; Intelligenztests für Kinder
1.6; 2.3
 Anwendungstyp: Remedial Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English
 Land: United States
 Publikationsjahr: 1974
 Änderungsdatum: 201904
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